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Nathan der Weise

Am 07.04.19 war es endlich wieder soweit, der Kurs Dramatisches Gestalten brachte sein neuestes Werk auf die Bühne:

Nathan der Weise von Lessing.

Martin Huf, der Leiter des Kurses, schrieb im Vorfeld in seiner Einladung zu den drei Aufführungen: „Vor 240 Jahren legt Lessing in seinem Ideendrama „Nathan der Weise“ eine Art Lehrstück im Geiste des Humanismus und der Aufklärung vor, wie die Überwindung alles Trennenden zwischen Menschen gelingen könnte, angefangen im religiösen Disput der drei Abrahamsreligionen. Im Original angesiedelt vor dem Kontext des Dritten Kreuzzugs (1189 -1192) während einer Waffenstillstandsphase in Jerusalem wird der Zuschauer in den schwelenden Konflikt zwischen Christen, Moslems und Juden hineingenommen. Protagonist der Handlung ist dabei ein jüdischer Händler namens Nathan, der, von einer Geschäftsreise zurückgekehrt, erfahren muss, dass er seine Ziehtochter Recha um ein Haar bei einem nächtlichen Brand verloren hätte, wäre sie nicht von einem Templer gerettet worden. Der Ordensritter selbst wiederum verdankt sein Leben dem muslimischen Herrscher der Stadt, Saladin, der ihn entgegen aller üblichen Praktiken verschonen ließ, da er dem verschollenen Bruder Saladins ähnelt. Von diesem Punkt aus nimmt die Geschichte an Fahrt auf und verflechtet die drei Parteien immer stärker miteinander, wobei es dem rational denkenden Nathan zukommt, all die Schlingen, sich auftuenden Abgründe und Irrungen zum Guten zu wenden.“

Und das Publikum sah den Akteuren auf der Bühne gebannt zu, wie sie sich in Abgründe stürzten, litten, sich irrten, ihre Meinung revidierten, intrigierten, manipulierten und manipuliert wurden. Ein wunderbares Schauspiel, das sich den zahlreich erschienenen Gästen am Sonntag bot. Ein fulminantes Bühnenbild, erstellt von der Gutschi Gang, ein Lichtspektakel, erarbeitet von Speed of Light und dem Technikteam des EGG, und die eigens für dieses Stück komponierte Musik aus der Feder des ehemaligen EGG-Schülers Leon Galuzzi, - all das allein wäre schon einen Besuch wert gewesen. Aber zu sehen, was die Schauspielerinnen und Schauspieler unter der Regie von Martin Huf, assistiert von Valentina Di Muro, geschminkt und eingekleidet von Fanny Schücke, leisten konnten, war den Besuch doppelt wert. Der schwierige Text von Lessing ging den jungen Akteuren so locker von den Lippen, dass man meinen konnte, sie sprächen immer so. Kurz: Es war ein gelungener Abend, der wieder einmal mehr zeigte, welche Talente in unseren Schülerinnen und Schülern schlummern.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden und vor allem an Martin Huf.

Text/ Photos: Suse Fritzenschaft